AB0-System

System zur Einteilung der Blutgruppen

 

 

Auf der Außenhaut (Membran) der Erythrozyten befinden sich Antigene, die man als Agglutinine bezeichnet.
Es gibt zwei Typen dieser Antigene, den Typ A und den Typ B.

Entsprechend diesen Merkmalen wurde das AB0-System zur Einteilung der Blutgruppen vorgenommen:
Bei Blutgruppe A finden sich Antigene vom Typ A auf den Erythrozyten, bei Blutgruppe B solche vom Typ B. Bei Menschen mit Blutgruppe AB sind beide Typen vorhanden und bei Blutgruppe 0 (Null) sind keine der beiden Antigen-Typen vorhanden.

Neben diesen Antigenen befinden sich im Blutplasma außerdem noch Antikörper, die sogenannten Iso-Agglutinine.
Von diesen Antikörpern gibt es ebenfalls zwei Typen, das Anti-A und das Anti-B.

Diese Antikörper richten sich jeweils gegen die Antigene der Erythrozyten, das heisst, sie binden sich an diese Antigene.
Verbnden sich diese Antikörper des Blutplasmas mit den passenden Antigenen der Erythrozyten, verklumpt (agglutiniert) der Erythrozyt: er verliert seine Funktionsfähigkeit und das Blut gerinnt. Durch den damit verbundenen Sauerstoffmangel im Blut entstehen lebensbedrohliche Schockzustände.

Menschen mit der Blutgruppe 0 haben beide Typen Antikörper in ihrem Plasma, Blutgruppe AB dagegeben weder A noch B. Blutgruppe A hat Antikörper vom Typ Anti-B und bei der Blutgruppe B sind Anti-A-Antikörper vorhanden.


Weil die Erythrozyten der Gruppe 0 keine Antigene besitzen, die durch Antikörper aus dem Blutplasma zerstört werden könnten, können Erythrozyten-Konzentrate in akuten Notfällen für Empfänger jeden Typs gespendet werden. Die Blutgruppe 0 wird deshalb auch als "Universal-Spender" bezeichnet.
Bei Übertragung von Vollblut der Gruppe 0 dagegen, können sich die Iso-Agglutinine des Blutplasmas mit den Erythrozyten der Gruppen A und B verbinden und diese so zerstören.
Umgekehrt können Trägern der Blutgruppe AB in Notfallsituationen Erythrozyten- Konzentrate jeder Spenderblutgruppe übertragen werden, weil ihr eigenes Blut keine Antikörper enthält, das die Erythrozyten des gespendeten Blutes zerstören würde. Die Blutgruppe AB gilt daher als "Universal-Empfänger".

Die Verträglichkeit von Blutgruppen wird vor jeder Übertragung mit Hilfe einer Kreuzprobe bestimmt. In Einzelfällen kann auch ein Nachweis der Antikörper über den Coombs-Test erforderlich sein.

 

 
 

akute Anämie

Blutarmut durch plötzlichen Blutverlust

 

 

Durch Unfallverletzungen oder bei Operationen kann ein akut einsetzender Verlust größerer Mengen Blut entstehen, wodurch ein akuter Mangel an Flüssigkeit (Blutplasma) und Sauerstoff im Blut entsteht.

Unmittelbar nach dem Einsetzen des Blutverlustes zeigt sich im Labor zunächst ein Anstieg der Thrombozyten.
Nach 1-2 Std. fangen die Erythrozyten, und parallel dazu auch das Hämoglobinan abzusinken. Jeweils in Abhängigkeit von der Menge des Blutverlustes, sinkt in der Folge auch der Hämatokrit.

Zuletzt steigt die Anzahl der Retikulozyten; durch deren Nachproduktion versucht der Körper den Erythrozytenmangel zu beheben.

Sind durch den Blutverlust auch die Eisenspeicher betroffen bzw. erschöpft, finden sich zusätzlich die gleichen Blutbildveränderungen wie bei der Eisenmangelanämie.

Akute Anämien führen durch den raschen Abfall des Blut-Sauerstoffs bei gleichzeitigem Flüssigkeitsmangel sehr schnell zu dramatischen Symptomen und Folgen; größere Blutverluste erfordern deshalb auch ein schnelles Eingreifen.
Blutverluste von mehr als 1 Liter Blut bzw. 30% des Gesamtblutes führen u.a. zu Schock, psychotischen Symptomen und Fieber. Verblutungsgefahr setzt bei akuten Blutungen ab einem Verlust von etwa 50% des Gesamtblutes ein.
Dramatische Ausprägungen akuten Blutverlustes werden vor allem durch Blut-Transfusionen kompensiert.

 

 
 

Anämie

Blutmangel, Blutarmut

 

 

Bei Anämien unterscheidet man grundsätzlich zwischen akuter und chronischer Anämie.
Akute Blutarmut entsteht durch den direkten Verlust größerer Blutmengen, während sich chronische Verläufe in der Regel aus Störungen der Blutbildung entwickeln.


Allgemeine äussere Anzeichen einer Blutarmut sind eine blasse Hautfarbe, rasches Ermüden, Leistungsschwäche, Atemnot bei geringfügigen Belastungen und häufig auch ein erhöhter Herzschlag.
Bei Tieren oder dunkelhäutigen Menschen kann man Blässe an der Augenbindehaut oder am Zahnfleisch erkennen.


Selbst wenn die Anzahl der Erythrozyten im Blut erniedrigt ist, kann deren Anteil im Verhältnis zum Blutvolumen noch im Normbereich liegen (= normaler Hämatokritwert).
Der Anteil von Hämoglobin pro Liter Blut kann durch einen relativ hohen Hämoglobingehalt der Erythrozyten (= MCH) oder eine Makozytose ebenfalls normale Werte aufweisen.

Aus diesem Grund spricht man erst dann von einer Anämie, wenn drei Blutwerte, nämlich Erythrozyten, Hämoglobin und Hämatokrit erniedrigt sind. Da bei Anämien vor allem der reduzierte Sauerstoffgehalt im Blut zu Krankheitsbildern und Beschwerden führt, gilt Hämoglobin als der empfindlichste Wert; der Schweregrad einer Anämie wird deshalb auch anhand der Hämoglobinwerte bestimmt.

Veränderungen weiterer Blutwerte und das Beschwerdebild des betroffenen Patienten hängen von der Art (akut oder chronisch) sowie Ursache der Anämie ab.

 

 
 

Antigen

Abk. für Antisomatogen

 

 

Antigene sind chemische Verbindungen, die nur in einer bestimmten Art von Stoffen bzw. Substanzen vorkommen. Sie stellen so individuelle Merkmale dar, anhand derer sie für den Organismus erkennbar werden.
Art- bzw. körperfremde Substanzen können auf diese Weise von körpereigenen Stoffen, und schädliche von unschädlichen Stoffen unterschieden und erkannt werden.

Antigene können durch Antikörpergebunden werden.
Stoffe, deren Natur vom Organismus dabei sowohl als körperfremd als auch als schädlich erkannt werden, lösen dabei eine entsprechende Reaktion des Immunsystemsaus, in deren Folge sie entsprechend bekämpft bzw. zerstört und wieder abtransportiert werden.

Fehlen diese Antigene oder können aus bestimmten Gründen vom Organismus nicht erkannt werden, fehlt auch die Reaktion des Immunsystems; schädliche Substanzen, wie zB bösartige Krebszellen können so im Organismus verbleiben und entsprechenden Schaden anrichten.

 

 
 

Antikörper

Eiweisskörper der spezifischen Immunabwehr

 

 

Antikörper haben die Fähigkeit, sich an Antigene zu binden. Fremdkörper wie zB Bakterien können so für den Organismus kenntlich gemacht und eingeordnet werden.

An Antikörper gebundene Antigene lösen Reaktionen des Immunsystems aus; in der Folge werden die körperfremden bzw. schädlichen Zellen unschädlich gemacht bzw. zerstört und aus dem Organismus abtransportiert.

Antikörper der gleichen Spezies bezeichnet man als Iso-Antikörper. So richten sich zB die menschlichen Iso-Antikörper eines Individuums gegen menschliche Erythrozyten eines anderen Individuums (siehe AB0-System zur Einteilung der Blutgruppen).

Immunglobuline, die Antikörper der spezifischen Immunabwehr, binden sich dagegen an artfremde Spezies wie Bakterien oder Viren.

 

 
 

 


 
 

Bilirubin

gelb-brauner Farbstoff der Galle

 

 

Der Großteil (ca. 90%) des Gallenfarbstoffes wird beim Abbau von Erythrozyten gebildet. Man unterscheidet zwischen direktem und indirektem, bzw. primärem und sekundärem Bilirubin.

Das Bilirubin wird über die Leber in die Galle abgesondert und über den Darm ausgeschieden (primäres Bilirubin).
Ein Teil des Bilirubins im Darm läuft mit dem Pfortaderblut wieder zurück zur Leber und wird von dort aus über die Niere mit dem Urin ausgeschieden (sekundäres Bilirubin).


Das indirekte oder primäre Bilirubin tritt im Urin erst bei Erreichen einer bestimmten Konzentration im Blut auf. Der Nachweis des primären Bilirubins erfolgt indirekt, das heisst nach Zusatz von Katalysatoren.
Indirektes Bilirubin wird auch als gepaartes oder konjugiertes Bilirubin bezeichnet.

Erhöhte Werte von indirektem Bilirubin finden sich hauptsächlich bei hämolytischen Anämien und bei Darmverschluss.


Das direkte oder sekundäre Bilirubin kann im Labor direkt (ohne Zusätze von Katalysatoren) nachgewiesen werden und wird auch als unkonjungiertes oder freies Bilirubin bzeichnet.

Erhöhte Spiegel des direkten Bilirubins treten allem bei Erkrankungen der Leber, Infektionskrankheiten und Sepsis, sowie bei Überfunktion der Schilddrüse auf.

Bei der Bestimmung des Gesamt-Bilirubin wird der Spiegel beider Bilirubinformen im Blutserum gemessen.

 

 
 

BKS

Senkungsgeschwindigkeit der Erythrozyten

 

 

Lässt man Blutüber längere Zeit stehen, sinken die festen Bestandteile des Blutes, die Blutzellen bzw. die Erythrozyten nach unten ab.

Durch Krankheitsprozesse im Körper werden Proteine und Antikörper gebildet und an die Erythrozyten gebunden. Dadurch steigt deren Gewicht und demzufolge auch die Geschwindigkeit mit der sie nach unten absinken.
Veränderungen der Senkungsgeschwindigkeit deuten so auf krankhafte Abläufe im Organismus.


Zur Messung der BKS wird frisch abgenommenes Blut mit Citrat versetzt, um eine Gerinnung zu verhindern. Dann wird es in ein spezielles, aufrecht stehendes Röhrchen gefüllt, das mit mm-Angaben versehen ist. An den mm-Marken wird die Senkungsgeschwindigkeit abgelesen.
Nach 1 Std. sind die Erythrozyten beim Mann auf 3-8 mmm abgesunken, bei der Frau auf 6-11 mmm. Nach 2 Std. erreichen die roten Blutkörperchen bei Männern 5-18 mm, bei Frauen 6-20 mm.
Sind diese Werte erhöht, spricht man von einer BKS-Beschleunigung.

Einzelne Krankheitsbilder, wie zB die Polyglobulie oder Erkrankungen der Leber können auch mit zu niedrigen Werten verbunden sein; die BKS ist dann verlangsamt.

 

 
 

Blut

Transportorgan aller lebenswichtigen Stoffe

 

 

Blut hat vor allem die Funktion, die zahlreichen lebenswichtigen Stoffe im Körper an die jeweiligen Zielorgane, bzw. Abfallprodukte und schädliche Substanzen zu den entsprechenden Ausscheidungsorganen zu transportieren.
Daneben hält es sowohl den ph-Wert als auch die Körpertemperatur im Gleichgewicht.

Lässt man ein mit Blut gefülltes Röhrchen über längere Zeit stehen, sinken die festen Bestandteile, die Blutzellen, nach unten ab. Blut besteht normalerweise zu etwa 44% aus Blutzellen, der abgesunkene Bodensatz zeigt sich in zwei Schichten:
ganz unten als schwerste Bestandteile die Erythrozyten samt ihrer Vorstufen, und darüber eine schmale Schicht mit den Leukozyten und den Thrombozyten.
Das Blutplasma, bleibt als gelbliche Flüssigkeit darüber stehen.

Wird Blut durch entsprechende Zusätze an der Gerinnung gehindert, bezeichnet man den flüssigen Überstand als Blutserum.

 

 

Blutarmut

siehe Anämie

 

 

 
 

Blut-Ausstrich

Untersuchung des Blutes unter dem Mikroskop

 

 

Ein Tropfen frisch gewonnenen Kapillarblutes wird auf einem Objektträger ausgestrichen und getrocknet.
Ungefärbt kann das Blut so zB zur mikroskopischen Untersuchung auf Parasiten herangezogen werden.

Mit Hilfe eingefärbter Ausstriche können unter dem Mikroskop die Blutzellen mikroskopisch beurteilt werden. So können zB abnorme Formen oder Größen von Erythrozyten und andere wichtige Faktoren der Blutzellen erkannt werden.

 

 
 

Blutbank

Depot zur Lagerung von Blutkonserven

 

 

Blutbanken für menschliche Blut-Konserven werden meist von speziellen Blutspendediensten geführt, stehen aber auch an vielen Klinikeinrichtungen flächendeckend zur Verfügung.

Für Hunde gibt es keine offiziellen Blutbanken; einige wenige private Tierärzte bzw. -kliniken und die Uniklinik in Berlin führen ein solches Depot. Eine Zeitlang wurden Vollblut- und Spezialkonserven auch von einer pharmazeutischen Firma angeboten, die den Vertrieb aber mittlerweile wieder eingestellt hat. Deshalb wird bis dato in der Tiermedizin überwiegend Frischblut übertragen - was in Notfällen mit einer oft hektischen Suche nach geeigneten Spendertieren verbunden ist.

 

 
 

Blutderivate

einzelne Bestandteile des Blutes

 

 

Aus von Blutspendern gewonnenem Vollblut können einzelne Blutbestandteile gewonnen und als Ersatz für Transfusionen mit Vollblut bei Menschen und auch bei Hunden genutzt werden.
So können ganz gezielt Mangelzustände der einzelnen Blutbestandteile mit den entsprechenden Konzentraten behoben werden (zB Erythrozyten- Konzentrate, Gerinnungsfaktoren oder Blutplasma).

Bestimmte medizinische Situationen oder Erkrankungen (zB Herzinsuffizienz oder Thrombosen) stellen eine Kontraindikation für die Zufuhr von Vollblut dar. In diesen Fällen stellen Blutderivate einen gleichwertigen Ersatz der Vollblut-Infusion dar.

Auch wenn in Ausnahmefällen kein verträgliches Spenderblut zur Verfügung steht oder aus anderen Gründen eine Immunreaktion zu erwarten ist, kommen Blutderivate als Ersatz für Vollblut-Transfusionen zum Einsatz.
Neben den gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie für Vollblut-Konserven unterliegen Konserven mit Blutderivaten noch weiteren speziellen Zulassungsvorschriften.

 

 
 

Blutgruppen

Einteilung des Blutes anhand bestimmter Eigenschaften der Erythrozyten

 

 

Menschen verfügen nicht nur über verschiedene Gesichter, Augenfarben, Größe und viele andere angeborene Merkmale, auch ihr Blut unterscheidet sich durch eine ganze Reihe individueller, meist angeborener Merkmale.

Diese Merkmale teilt man in verschiedene Unterscheidungssysteme ein. Die wichtigsten Systeme beim Menschen sind das AB0-System und die Rhesusfaktoren.

Diese beiden Systeme spielen hauptsächlich bei der Übertragung von Blut eine wichtige Rolle. Die Rhesusfaktoren können bei einzelnen Schwangerschaften ebenfalls von Bedeutung sein.

Bei Tieren werden die Blutgruppen nach ähnlichen Systemen eingeteilt; sie richten sich ebenso nach bestimmten Eigenschaften der Erythrozyten bzw. deren Antigenen.
Beim Hund spielt hier nur ein Faktor eine wichtige Rolle, das sogenannte DEA-System.

 

 
 

Blut-Konserve

konserviertes Vollblut oder Blutderivate

 

 

Vor allem für Transfusionszwecke wird Spenderblut haltbar gemacht und mit Stabilisatoren versehen; es kann so über einen längeren Zeitraum in Blutbanken aufbewahrt werden.
Neben Vollblut werden auch Spezialkonserven mit Blutderivaten hergestellt und übertragen.

Im Gegensatz zu Frischblut enthalten Blutkonserven nicht mehr alle kompletten Blutbestandteile.
Dafür können bei Blutkonserven wichtige Infektionsrisiken weitgehend ausgeschlossen werden, weil sie mehreren Suchtests unterzogen und Erreger durch Verarbeitungsprozesse oder Lagerungsbedingungen zerstört worden sind.

Die Haltbarkeit einzelner Blutbestandteile kann je nach Herstellung und Lagerungsart variieren. Blutplasma beispielsweise kann im flüssigen Zustand 6 - 12 Monate aufbewahrt werden, durch Gefriertrocknung verlängert sich die Haltbarkeit auf etwa 10 Jahre.

Aus Blutplasma bzw. Blutserum werden in der pharmazeutischen Industrie auch Impfstoffe und Immunseren wie zB Gammaglobuline hergestellt.

 

 
 

Blutmauserung

Erneuerung der Erythrozyten

 

 

Die natürliche Bildung der roten Blutkörperchen und deren natürlicher Abbau wird als Blut-Mauserung bezeichnet.

Die Intensität des Abbaus kann anhand des Mauserungs-Index abgelesen werden, der aus Urobilinogen und frei im Blut zirkulierendem Hämoglobin errechnet wird.

 

 
 

Blutplasma

flüssiger Anteil des Blutes

 

 

Nach Zusetzen von Substanzen, die eine Gerinnung des Blutes verhindern, wird das Blut zentrifugiert, wodurch die festen Bestandteile des Blutes, die Blutzellen, vom flüssigen Anteil getrennt werden.
Es verbleibt eine klare Flüssigkeit - das Blutplasma.

Die hellgelbe bis bernsteinfarbene Färbung des Plasmas entsteht durch den Gallenfarbstoff Bilirubin sowie das Fehlen des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin.

Etwa 55 % des Blutes besteht aus Plasma, das entspricht einer Menge von 40 - 53 ml pro kg Körpergewicht.
Blutplasma besteht fast ausschließlich aus Wasser - etwas über 90%.

Der verbleibende Anteil enthält gelöste Stoffe wie Proteine, Fibrinogen und andere Gerinnungsfaktoren, Elektrolyte und die Blutfette. Den größten Anteil machen dabei die Proteine mit etwa 7% aus; ein Liter Blutplasma enthält also ca. 70 g Proteine.

 

 

Blutsenkung

s. BKS

 

 

 
 

Blutserum

Blutplasma ohne Fibrinogen

 

 

Da bei der Gewinnung von Serum dem Vollblut keine Faktoren zugesetzt werden, die die Gerinnung verhindern, enthält Serum kein Fibrinogen mehr.
Durch die Gerinnungsvorgänge enthält es zusätzlich noch Thrombin.

Ebenso wie Blutplasma hat auch Blutserum durch Gallenfarbstoff bei gleichzeitgem Fehlen des Blutfarbstoffs Hämoglobin und eine blass- bis dunkelgelbe Farbe.

Sofern die im Blutserum enthaltenen Bestandteile des Gerinnungsprozesses keine Störfaktoren liefern, werden Konzentrationen sehr vieler Laborparameter aus dem Blutserum bestimmt. Aber auch bei der Weiterverarbeitung zu konservierten Blutderivaten und deren Produkte (zB Impfstoffe und Immunsera spielt es eine große Rolle.

 

 
 

Blut-Transfusion

Zufuhr von Blut oder Blutderivaten

 

 

Schwere Ausprägungen akuter oder chronischer Anämien können durch Zufuhr von Blut wieder ausgeglichen werden.
Vor allem bei den chronischen Anämieformen stellt dies in der Regel aber lediglich eine symptomatische Maßnahme dar, die den völligen Zusammenbruch des Organismus verhindern soll.

Früher wurde Frischblut direkt vom Blutspender zum Empfänger übertragen (=Transfusion). Heute erfolgt in der Humanmedizin die Zufuhr meist indirekt über die Verabreichung von Konservenblut (=Infusion).

Blutbanken, wie in der Humanmedizin üblich und flächendeckend verbreitet, stehen für Hunde nur in wenigen Ausnahmefällen zur Verfügung; in der Tiermedizin wird deshalb immer noch überwiegend Frischblut übertragen. Dies setzt allerdings voraus, dass auch ein entsprechender Spenderhund zur Verfügung steht.
Beim Menschen können bestimmte Ausnahmesituationen in Einzelfällen eine direkte Übertragung von Frischblut notwendig machen.

Normalerweise wird Blut über eine Armvene in den Kreislauf geleitet; es können aber auch andere Zugänge gelegt werden, und auch zur Gewinnung von Spenderblut kommen mehrere Möglichkeiten in Frage.

Neben dem kompletten Blut (Vollblut) eines Spenders können dem Empfänger auch einzelne Blutbestandteile (Blutderivate) zugeführt werden.

Voraussetzung für die Zufuhr von Blut-Konserven ist die Verträglichkeit (Kompatibilität) der Blutgruppen von Empfänger und Spender.

 

 
 

Blut-Volumen

Gesamtblutmenge des Organismus

 

 

Beim Erwachsenen liegt die Gesamtblutmenge bei 7-8% des Körpergewichtes und beträgt zwischen 4 und 6 Litern bzw. 60 - 98 ml pro kg Körpergewicht.
Da der Mensch (im Gegensatz zum Hund) über keine echten Blutspeicher verfügt, ist die Menge des im Kreislauf zirkulierenden Blutes weitgehend identisch mit der absoluten Blutmenge.
Man unterscheidet zwischen arteriellem und venösem Blut, wobei das arterielle ca. 15% ausmacht.

Hunde haben mit 8-9% des Körpergewichts eine etwas höhere Blutmenge als der Mensch; sie liegt zwischen 79 - 90 ml pro kg Körpergewicht, wobei grössere Tiere über relativ weniger Blut verfügen als kleine.

 

 
 

Blutzellen

feste Bestandteile des Blutes

 

 

Die festen Anteile des Blutes betragen etwa 44% der Gesamtmenge und setzen sich aus den roten (Erythrozyten) und weissen ( Leukozyten) Blutkörperchen sowie den Blutplättchen (Thrombozyten) einschließlich aller Vorstufen zusammen.

Durch Zentrifugieren oder durch längeres Stehenlassen von Blutproben können die festen von den flüssigen Bestandteilen getrennt werden.

 

 

BSG

Blutsenkungsgeschwindigkeit, siehe BKS

 

 

 

BSR

Blutsenkungsreaktion, siehe BKS

 

 

 

 

 
 

 


 
 

chronische Anämie

über längeren Zeitraum entwickelte Blutarmut

 

 

Chronische Anämien sind die häufigste Form der Blutarmut; sie tritt bei etwa 10% der Frauen und 1% der Männer auf. Der große Anteil an Frauen erklärt sich nicht zuletzt durch die regelmässigen Blutverluste während der Menstruation.

Die häufigste Ursache chronischer Anämien ist Eisenmangel, aber auch andere Mangelzustände, insbesondere an Vitaminen (vor allem B12 und Folsäure), Proteinen, Orotsäure oder bestimmten Enzymen führen zu Störungen der Blutbildung und dadurch zu chronischen Anämien.

Daneben gibt es eine große Reihe von Blut-, Infektions-, Organ- und Erbkrankheiten, die sowohl zur Störung der Blutbildung im Knochenmark als auch des Reife- und Abbauprozesses der Blutzellen und somit zu chronisch-anämischen Krankheitsbildern führen.
Neben der Menstruation können auch kleine Blutungen verschiedener Organe (zB durch Magen- oder Darmgeschwüre) zu chronischen Blutmangel durch direkten Blutverlust führen.


Unabhängig von der Ursache ist die Toleranz des Organismus gegenüber chronischen Anämien weitaus höher als bei akuten. Anders als bei plötzlichen und großen Blutverlusten sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut nur sehr langsam ab; er wird über die Ausschüttung von Erythropoetinund der dadurch ausgelösten Nachproduktion neuer Blutzellen auch zum Teil wieder kompensiert.
Bei akuten Anämien durch hohe Blustverluste werden zusäztlich noch entsprechend große Mengen an Blutplasmaverloren.


Die äusseren Anzeichen einer Anämie wie Blässe oder Müdigkeit zeigen sich bei den chronischen Formen daher erst bei längerem Verlauf und weniger ausgeprägt als bei den akuten. Eine Verblutungsgefahr besteht bei chronischen Verläufen ebenfalls erst bei extrem hohen Blutverlusten (ab etwa 80% des Blutvolumens).


Das Auffinden der Ursache chronischen Blutmangels kann eine sehr weitreichende Diagnostik erfordern, die vor allem über Laboranalysen von Blut-, aber auch Stuhl und Harnproben erfolgt.
In Einzelfällen können aber auch invasivere Eingriffe wie die Entnahme von Knochenmark notwendig werden, um eine möglichst genaue Ursache ausmachen und eine effektive Therapie festlegen zu können.
Um krankhafte Blutungsquellen von Organen ausschliessen zu können werden bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT, Ultraschall u.a. eingesetzt.

 

 
 

Coombs-Test

Verfahren zum Nachweis von Antikörpern

 

 

Mit diesem Verfahren können die Antikörper nachgewiesen werden, die sich an die Antigene von Erythrozyten binden und so deren Zerstörung bewirken.
Dieser Vorgang richtet sich hauptsächlich gegen körperfremde Erythrozyten, weshalb der Test hauptsächlich im Zusammenhang mit Bluttransfusionen eine Rolle spielt.

Bei einzelnen Krankheitsbildern können über sogenannte Auto-Immunreaktionen aber auch die eigenen Erythrozyten zerstört werden.

Der direkte Coombs-Test weist die gebundenen Antikörper direkt auf der Oberfläche der Erythrozyten nach.
Der indirekte Coombs-Test liefert den Nachweis freier Antikörper im Blut.

Benannt ist der Test nach seinem Entwickler Robin Coombs, einem aus Cambridge (England) stammendem Pathologen (Jahrgang 1921).

 

 

 

 
 

DEA-System

Dog Erythrocyte Antigen; System zur Blutgruppeneinteilung beim Hund

 

 

Während beim Menschen zwei Antigen-Typen auf der Oberfläche der Erythrozyten zur Einteilung der Blutgruppen nach dem AB0-System führen, ist es beim Hund nur ein einziges Antigen, das "hundliche Erythrozyten-Antigen" (Dog Erythrocyte Antigen), das bei der Verträglichkeitsbestimmung für Blut-Übertragungen eine Rolle spielt.

Antigene sitzen auf den Membranen von Substanzen und fungieren als individuelles Merkmal. Anhand dieser Antigene können sie mit Hilfe von Antikörpern vom Organismus (als Fremdkörper) identifiziert werden.
Jeweils passende Antikörper können sich an die Antigene binden und sie so zerstören bzw. unschädlich machen.

Das DEA ist zwar nur ein Typ Antigen, kommt dafür aber in vielen verschiedenen Formen vor, die man mit Nummern bezeichnet, also DEA 1.1, DEA 1.2, DEA 2, DEA 3, usw.
Die wichtigste Rolle spielt das DEA 1.1 - nahezu die Hälfte aller Hunde haben diese Blutgruppe, das heisst sie haben DEA 1.1-Antigene auf ihren Erythrozyten bzw. sind DEA 1.1-positiv.

Ähnlich wie bei den Rhesusfaktoren des Menschen können sich hier aber sowohl lokale als auch rassenbezogene Unterschiede in der Verteilung zeigen; in einer südafrikanischen Untersuchung zur Häufigkeit der Blutgruppen waren 75% der Rottweiler DEA 1.1-positiv, aber nur 20% der Deutschen Schäferhunde. Übergreifende Untersuchungen hierzu gibt es aber bisher noch nicht.
Die nächsthäufigen Antigene sind DEA 1.2 und DEA 7.

Anders als der Mensch oder die Katze haben Hunde aber normalerweise keine Antikörper gegen DEA-Antigene in ihrem Blutplasma, die die Erythrozyten des Spenderblutes zerstören könnten. Ebenfalls vergleichbar mit dem menschlichen Rhesusfaktor spielt die Blutgruppenverträglichkeit bei erstmaligen Blutübertragungen daher keine Rolle.

Nach der Übertragung von Fremdblut werden durch das Immunsystem aber DEA- spezifische Antikörper vom Immunsystem gebildet; es entsteht eine DEA-Sensibilisierung. Bei einer späteren Zweit-Transfusion binden sich diese Antikörper an vorhandene Erythrozyten-Antigene des Spenderbluts und zerstören diese. Während beim Menschen diese Bindung eine Verklumpung der Erythrozyten herbeiführt, können die hundlichen Erythrozyten sowohl zerfallen (= Hämolyse)als auch verklumpen.

Wenn ein Hund bereits einmal Spenderblut und sein Immunsystem eine entsprechende Sensibilisierung aufgebaut hat, müssen deshalb bei einer späteren Übertragung die Blutgruppen beider Hunde (Spender und Empfänger) auf ihre Verträglichkeit hin getestet werden, bzw. der Spenderhund sollte dann jeweils negativ auf die betreffende Blutgruppe sein.
Als "Universal-Spender" gelten Hunde die für alle drei Antigen-Typen (DEA 1.1, DEA 1.2 und DEA 7) negativ sind.

Auch bei der Zucht können die Erythrozyten-Antigene eine Rolle spielen: da Erythrozyten-Antigene vererbbar sind, können die Erythroyzten betroffener Welpen verkümmern oder zerstört werden, wenn die Blutgruppe von Rüde und Hündin nicht verträglich sind. In der Folge entwickelt sich dann auch der Welpe entsprechend schlecht oder verstirbt.

 

 

 

 
 

 


 
 

Eisen

Bestandteil von Hämoglobin

 

 

(folgt)

 

 
 

Eisenmangel-Anämie

durch Eisenmangel verursachte Blutarmut

 

 

Bei dieser Form von Blutarmut ist die Bildung der Erythrozyten im Knochenmark gestört bzw. vermindert; sie ist die häufigste Form chronischer Anämien.

Ein ernährungsbedingter Eisenmangel kann nicht nur durch ungenügende Zufuhr, sondern auch durch mangelnde Aufnahmefähigkeit (Resorptionsstörung) von Eisen entstehen.
Krankheitsbedingter Eisenmangel entsteht hauptsächlich durch chronischen Blutverlust, zB durch starke oder lange Menstruationsblutungen. Auch Geschwüre, Polypen oder Entzündungen im Magen- oder Darmtrakt führen zu Eisenmangel.


Eine durch Eisenmangel bedingte Anämie ist vor allem durch erniedrigte Werte von MCV (zu kleine Erythrozyten) und MCH (geringer Hämoglobingehalt der Erythrozyten) erkennbar. Die Anzahl der Retikulozyten ist vermindert oder im unteren Bereich und auch der Gehalt von Eisen und Ferritin im Blut sind erniedrigt.
Transferrin und die Eisenbindungskapazität weisen bei einer Eisenmangel-Anämie dagegen erhöhte Werte auf.

 

 
 

Erythroblasten

frühe Vorstufe der Erythrozyten

 

 

Erythroblasten sind unreife Vorstufen der roten Blutkörperchen. Sie befinden sich normalerweise noch im Knochenmark und enthalten noch einen Zellkern.
Das Auftreten von Erythroblasten im Blut hat fast immer Krankheitswert

 

 
 

Erythrozyten

rote Blutkörperchen

 

 

Erythrozyten transportieren den Sauerstoff im Blut; sie enthalten neben dem Hämoglobin, verschiedene Enzyme für den Transport von Gasen und Elektrolyten.


Ein normaler Erythrozyt (Normozyt) ist eine runde und flache Zelle, die in der Mitte gleichmässig eingedellt ist (Scheibenform). Erythrozyten sind verformbar und unterschiedlich groß, damit sie sich an die jeweilige Größe von Blutgefäße und Poren anpassen können. Ist diese Verformbarkeit durch Erkrankungen eingeschränkt, ist auch die Viskosität (Fließeigenschaft) des Blutes herabgesetzt.

Eine ganze Reihe von Erkrankungen kann bereits an abnormen Formen oder Größen der Erythrozyten erkannt werden. Die Erythrozyten-Größe (Volumen) wird durch die Berechnung des MCV bestimmt, Abweichung der Form sind im Blutausstrich sichtbar.

Durch die variable Größe kann auch der Hämoglobin-Gehalt der einzelnen Erythrozyten variieren; er wird mit Hilfe des MCH-Wertes beurteilt werden, sein relativer Gehalt im Verhältnis zur Größe des Erythrozyten wird über den MCHC errechnet.
Über die normalen Abweichungen hinausgehende Veränderungen der Form oder Größe führen vor allem zu Veränderungen des Hämoglingehaltes: Ein zu hoher Hämoglobingehalt führt zur Polyglobulie, ein zu niedriger zu Anämien.


Die Bildung der Erythrozyten erfolgt im Knochenmark. Dort werden pro Minute etwa 180 Millionen roter Blutkörpchen produziert. Nach Erreichen eines bestimten Reifegrades werden sie als Retikulozyten in den Blutkreislauf abgegeben.
Erst nach kompletter Ausreifung der Blutzelle spricht man von Erythrozyten.
Im Gegensatz zum Hund, dessen Milz eine echte Speicherfunktion hat, kann der Mensch Erythrozyten nicht speichern und deshalb auf Veränderungen im Bluthaushalt nur mit einer Neuproduktion von Erythrozyten reagieren.
Nach ca. 100 - 120 Tagen hat ein Erythrozyt sein maximales Alter erreicht und wird vom Organismus wieder abgebaut. Der Abbau erfolgt zu einem Teil in der Leber, hauptsächlich aber in der Milz, die man deshalb auch als "Erythrozyten-Grab" bezeichnet.


Die normale Anzahl der im Blut zirkulierenden roten Blutkörperchen wird beträgt etwa 5 Millionen pro ml (Mikroliter). Die Menge aller roten Blutkörperchen im Verhältnis zur Gesamtblutmenge wird als Hämatokritwert prozentual dargestellt.

 

 
 

Erythrozyten-Konzentrat

aus Vollblut-Spenden gewonnene Erythrozyten;
siehe auch Blutderivate

 

 

 
 

Erythrozyten-Schatten

Abbauprodukt der Erythrozyten

 

 

Beim Abbau der roten Blutkörperchen in der Milz, wird das Hämoglobin ins Blut ausgeschüttet. Der leere, ausgelaugte Erythrozyt wird mit dem Urin ausgeschieden und ist zB im Harnsediment als Erythrozyten-Schatten sichtbar.

 

 
 

Erythropoese

Bildung von roten Blutkörperchen im Knochenmark

 

 

 
 

Erythropoetin

Hormon der Niere

 

 

Das Hormon Erythropoetin ("EPO") wird bei Sauerstoffmangel im Blut von den Nieren ausgeschüttet, um das Knochenmark zur verstärkten Bildung von Erythrozyten anzuregen.

Erythropoetin kann als Arzneimittel auch gentechnisch hergestellt werden. Es wird vorwiegend bei Blutarmut, aber auch bei vielen weiteren Krankheitsbildern eingesetzt.

Bei Sportlern ist Erythropoetin auch als Dopingmittel bekannt. Durch verstärkte Bildung der Erythrozyten steigt der Sauerstoffgehalt im Blut und erhöht dadurch die Leistungsfähigkeit.

 

 

 

 
 

 


 
 

Fibrinogen

Faktor der Blutgerinnung

 

 

Das vor allem im Blutplasma vorkommende Protein wird auch als Faktor I der Blutgerinnung bezeichnet. Die Bildung von Fibrinogen erfolgt in der Leber.

Die normale Konzentration von Fibrinogen im Plasma beträgt zwischen 2 und 4,5 g pro Liter. Da im Blutserum die Gerinnung gehemmt worden ist, findet sich dort deshalb kein Fibrinogen.

Fibrin wird als Fibrinschaum auch zu therapeutschen Zwecken benutzt (zB zur örtlichen Blutstillung bei Operationen).

 

 
 

Frischblut

frisch entnommenes Blut

 

 

Bis zu 6 Std. nach der Entnahme wird Vollblut noch als frisches Blut bezeichnet. Im Gegensatz zu konserviertem Blut sind im Frischblut noch alle Bestandteile des Blutes erhalten, weshalb es als biologisch vollwertig bezeichnet wird.

Nach dieser Zeit beginnen bestimmte Enzyme und Gerinnungsfaktoren zu zerfallen oder werden beim Konservierungsprozess zerstört.

Für Infusionen und Transfusionen gilt dennoch eine strenge Indikationsstellung, das heisst der Einsatz von Frischblut bleibt bestimmten Situationen vorbehalten.
Weil Suchtests auf bestimmte infektiöse Bestandteile (zB Viren oder Parasiten) nicht abgeschlossen werden können, besteht beim Einsatz von Frischblut immer ein - meist zu hohes - Infektionsrisiko.

Konserviertes Vollblut, das maximal 5 Tage alt ist, wird als Frischblut- Konserve bezeichnet, weil hier die Erythrozyten noch als frisch gelten.

 

 

 

 
 

 


 
 

Gerinnung

Erstarren flüssigen Blutes

 

 

Das Erstarren des Blutes geschieht vor allem als natürlicher Mechnismus zum Schutz vor Blutverlust bei Verletzungen.

Die Gerinnung des Blutes erfolgt aus einem komplexen Prozess durch die Umwandlung von dem im Blutplasma vorhandenem Fibrinogen; in diesen in mehreren Phasen ablaufendem Prozess sind etwa 30 Faktoren eingebunden.

 

 

 

 
 

 


 

HBE

Hämoglobingehalt der Erythrozyten,
siehe MCH

 

 

 
 

Hämatokrit

Anteil des Erythrozyten-Volumens am Gesamtblut

 

 

Die Bestimmung dieses Wertes erfolgt in einer Hämatokrit- Zentrifuge, bei der die roten Blutkörperchen vollständig vom Blutplasma getrennt werden. Der Hämatokrit wird als Prozentsatz angegeben.

Durch den Hämatokrit können (beim Menschen) sowohl das Gesamt-Volumen des kompletten Blutes, als auch das Volumen (MCV)und die Hämoglobin-Konzentration der Einzel-Erythrozyten (HbE) errechnet werden.

Der Hämatokrit bei Menschen kann aufgrund von äusseren Bedingungen sehr großen Schwankungen unterliegen. So kann er zB durch Aufenthalt in Höhenluft ebenso ansteigen wie bei körperlicher Belastung (um bis zu 10%), während er beim Liegen oder bei kurzem Aufenthalt in Wasser abfällt.

Bei Hunden ist der Hämatokrit sehr viel stabiler, weil sie auf veränderte Umweltbedingungen durch Ausschüttung von Erythrozyten aus der Milz reagieren können.

 

 
 

Hämoglobin

roter Blutfarbstoff

 

 

Hämoglobin ist der Träger des Sauerstoffes im Blut; es befindet sich im Inneren der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), wo es den Sauerstoff bindet.
Hämoglobin macht etwa 33% des Gesamtgewichtes eines Erythrozyten aus.

Durch den Abbau der Erythrozyten in Milz und Leber wird das Hämoglobin freigesetzt und in die Blutgefäße geschüttet. Dieses freie Hämoglobin wird durch Haptoglobin und Hämopexin gebunden und abtransportiert.

Beim normalen Blutbild wird im Labor das Hämoglobin in den Erythrozyten bestimmt; die Werte werden deshalb auch in Gramm pro Deziliter Blut angegeben und stellen die Menge des Hämoglobins im Verhältnis zur Blutmenge dar.

Hämoglobin dient zur Diagnose und Beurteilung von Blutarmut: ein Abfall des Hämoglobin unter 10 g/dl kennzeichnet eine mittelschwere, ein Abfall unter 7 g/dl eine sehr schwere Form der Anämie.

 

 
 

Hämolyse

Zerfall von Erythrozyten

 

 

Nach Erreichen ihrer normalen Überlebenszeit von ca. 120 Tagen werden die Erythrozyten vom Organismus zerstört und abgebaut. Die normale Abbaurate (Erythrozyten-Umsatz) liegt bei 85% pro Tag.

Durch krankhafte Vorgänge im Körper, verschiedene Gifte oder angeborene Defekte und Anomalien der Erythrozyten kann der Erythrozyten-Umsatz erhöht sein, was zu einer hämolytischen Anämie führen und zum Auftreten von Hämoglobin im Urin.

Bestimmte Substanzen können gezielt eine Zerstörung der roten Blutkörperchen herbeiführen; bei einzelnen Krankheitsbildern werden solche Hämolyse- Gifte zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Der Begriff Hämolyse kann sich deshalb auch auf eine Behandlungsart bzw. Medikamente beziehen.

 

 
 

hämolytische Anämie

Blutarmut durch erhöhte Hämolyse

 

 

Bei einer hämolytischen Anämie ist die Lebensdauer der roten Blutkörperchen (Erythrozyten)verkürzt, ihr Abbau deshalb beschleunigt.
Hämolytische Anämien, die ein dramatisches Ausmaß erreichen, bezeichnet man als hämolytische Krise.

Als Ursache für diese Form der Anämie kommen zB genetisch bedingte Defekte der Erythrozyten (zB Elliptozytose, Kugelzellanämie, Thalassämie u.a.) in Frage, aber auch verschiedene Autoimmunerkrankungen und eine Reihe schwerer Infektionserkrankungen wie Sepsis, Hepatitis oder Malaria können zu einer hämolytischen Anämie führen.
Schwere Erkrankungen von Leber oder Nieren oder Vergrößerung der Milz können ebenfalls mit einem erhöhtem Abbau der roten Blutkörperchen verbunden sein.

Auch bestimmte Medikamente können unter Umständen die Lebenszeit der Erythrozyten verkürzen; bei deren Einnahme muss das Blutbild deshalb dann regelmässig kontrolliert werden.

Im Labor zeigt sich der vorzeitige Verfall der Erythrozyten vor allem durch eine Erhöhung der Bilirubinwerte.
Um den erhöhten Abbau der roten Blutkörperchen zu kompensieren (auszugleichen), wird ihre Neubildung im Knochenmark beschleunigt. Hämolytische Anämien sind deshalb auch durch erhöhte Werte der Retikulozyten gekenneichnet.

Im Harnsediment können bei dieser Anämieform vermehrte Erythrozyten-Schatten auftreten und im Urin zeigt sich ein erhöhter Gehalt an Hämoglobin.

 

 
 

Harnsediment

Bodensatz einer Urinprobe

 

 

Ebenso wie bei einer Blutprobe, sinken auch in einer Urinprobe die festen Anteile nach unten ab.

Aus der Analyse der festen Anteile im Urin lassen sich u.a. Rückschlüsse auf krankhafte Veränderungen der Blutzellen ziehen.

 

 
 

HLA

Humanes Leukozyten-Antigen

 

 

Die Antigene der Leukozyten sind bei Organtransplantationen ausschlagggebend für die Verträglichkeit des Gewebes.

 

 
 

hyperchrome Anämie

Blutarmut mit erhöhtem Hämoglobin-Gehalt der Erythrozyten

 

 

 
 

hypochrome Anämie

Blutarmut mit erniedrigtem Hämoglobin-Gehalt der Erythrozyten

 

 

 

 

 
 

 


 
 

Immunantwort

Reaktion des Immunsystem auf Eindringen körperfremder Substanzen

 

 

Das Immunsystem kann körperfremde Substanzen (zB Bakterien) erkennen und mit entsprechenden Abwehrmechanismen darauf regieren. Hierbei unterscheidet man zwischen spezifischer und unspezifischer Immunantwort.

Bei der spezifischen Reaktion werden Immunglobuline (Antikörper) zur Verfügung gestellt bzw. produziert, die ganz gezielt bestimmte Arten körperfremder Zellen zerstören bzw. unschädlich machen und abtransportieren.
In der Folge kann der Organismus zB gegen bestimmte Erregertypen auch eine grundsätzliche Immunität entwickeln.

Bei den sogenannten Auto-Immunantworten werden Antikörper produziert, die sich nicht gegen fremde, sondern gegen körpereigene Substanzen richten.

Mit unspezifischer Abwehr bezeichnet man den Einsatz von Abwehrzellen, die vom Immunsystem gegen alle Arten fremder Zellen gerichtet werden können. Zellen der unspezifischen Abwehr (zB Leukozyten) verfügen über keine Merkmale, die auf nur einzelne Arten von Zielobjekten ausgerichtet sind.

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem mit Abwehrmechanismen auf körperfremde, aber unschädliche Stoffe.

 

 
 

Immunglobuline

Antikörper der spezifischen Immunabwehr

 

 

Alle Antikörper haben die Fähigkeit, sich an Antigene zu binden, die auf der Zellmembran sitzen. Fremdkörper wie zB Bakterien können so für den Organismus kenntlich gemacht und eingeordnet werden.

Immunglobuline sind die Antikörper der spezifischen Immunabwehr; sie binden sich gezielt an die Antigene von Bakterien und Viren.

 

 

Immunplasma

siehe Immunserum

 

 

 

Immunreaktion

siehe Immunantwort

 

 

 
 

Immunserum, Immunseren

Antikörperkonzentrate aus Blutserum

 

 

Antikörper der spezifischen Immunanwort können sowohl aus Blutserum, als auch aus Blutplasma gewonnen und für Transfusionszwecke aufbereitet werden.

Solche Immunsera enthalten hohe Konzentrationen an gegen spezifische Erreger-Antigene gerichtete Antikörper und können sowohl aus menschlichem als auch als tierischem Plasma bzw. Serum hergestellt werden.

Fehlende Antikörper wie zB Mangel an Gamma- oder anderen Immunglobulinen können so ersetzt werden und notwendige Immunreaktionen in Gang setzen.

Aus tierischen Blutprodukten können vor allem Antikörper gegen Schlangengifte, aber auch gegen einzelne Krankheiten wie Botulismus, Diphterie oder Gasbrand gerichtete Antikörpersera hergestellt werden.

Bei Hunden werden vor allem Immunstoffe gegen Staupe, Hepatitis contagiosa canis (HCC), Parvovirose und Leptospirose (zB Stagloban SHP®) gewonnen und zur Prophylaxe und Bekämpfung dieser Infektionskrankheiten eingesetzt.

Produkte, die aus Blutplasma gewonnen werden, enthalten neben den Antikörpern zusätzlich noch die Gerinnungsfaktoren.

 

 

 


 
 

Kreuzprobe

Test zur Verträglichkeit von Blutgruppen des AB0-Systems

 

 

Eine Kreuzprobe besteht aus zwei Tests, die "über Kreuz" durchgeführt werden:

Erythrozyten des Empfängers werden mit Serum des Spenders in einem Reagenzglas oder auf einem Objektträger zusammengebracht (=Minorprobe).
Bei der Majorprobe wird das Serum des Empfängers mit den Erythroyzten zusammengebracht.
Verklumpt das Blut, ist der Text positiv, die beiden Blutgruppen sind nicht verträglich.

 

 

 


 
 

Leukozyten

weisse Blutkörperchern

 

 

Leukozyten sind weisse Blutzellen der unspezifischen Immunreaktion und erfüllen zahlreiche Funktionen bei der Abwehr körperfremder und schädlicher Stoffe.

 

 

 

 
 

 


 
 

Makrozyt, Makrozytose

zu großer Erythrozyt

 

 

Makrozyten treten häufig in Verbindung mit Megaloblasten bei verschiedenen Formen chronischer Anämien, Erkrankungen der Leber sowie bei chronischem Alkoholmissbrauch auf.

Als zu groß werden Erythrozyten mit einem Durchmesser von mehr als 8 mm definiert; die Bestimmung der Größe (Volumen) erfolgt durch die Berechnung des MCV im Labor.

Das Vorliegen zu großer Erythrozyten wird als Makrozytose oder Megalozytose bezeichnet.
Hämoglobin- und Hämatokritwerte können bei Makrozytosen selbst bei verringerter Erythrozytenanzahl noch im Normbereich sein.

 

 
 

MCH

mittleres corpusculäres Hämoglobin

 

 

Der MCH zeigt den Hämoglobingehalt der Einzel-Erythrozyten an; er wird deshalb manchmal auch als HbE, Hämoglobingehalt der Erythrozyten, angegeben. Der MCH wird aus dem Hämatokritwert errechnet.

Ein niedriger MCH zeigt einen zu geringen Gehalt an Hämoglobin in den roten Blutkörperchen an; man spricht dann von einem hypochromen Blutbild. Ein erhöhter Gehalt an Hämoglobin wird als hyperchrom und ein normaler Gehalt als normochrom bezeichnet.

 

 
 

MCHC

mittlere corpusculäre Hämoglobin-Concentration

 

 

Die MCHC ist ein errechneter Wert (aus MCH und MCV) und setzt den Hämoglobingehalt der Erythrotyten in Bezug zu ihrer Größe. Er erlaubt so die Feststellung, ob der Hämoglobin-Gehalt zu hoch bzw. zu niedrig im Verhältnis zur Größe des roten Blutkörperchens ist.

Ist die MCHC zu hoch, enthalten die Erythrozyten relativ viel Hämoglobin, ist die MCHC zu niedrig, enthält er relativ wenig Hämoglobin.

 

 
 

MCV

mittleres corpusculäres Volumen

 

 

Der MCV wird aus dem Hämatokrit errechnet und gibt die mittlere Größe der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) angibt. Bei Veränderungen im Blutbild (zB bei Anämien) liefert er wichtige Hinweise zu deren Form und Ursache.

 

 
 

Megaloblast

zu großer Erythroblast

 

 

Megaloblasten sind abnorme und auffallend große Erythroblasten, den Vorstufen der Erythroyten; die abnorme Größe entsteht durch den bereits vorhandenen Gehalt an Blutfarbstoff, dem Hämoglobin.

Megaloblasten treten bei chronischen Formen der Anämie auf; die Reifung derErythrozyten im Knochenmark ist bei dieser Form gestört: sie werden vorzeitig als hämoglobinhaltige-Erythroblasten ins zirkulierende Blut abgegeben.

Die häufigste Ursache für diese Entwicklungsstörung ist ein Mangel an Vitamin B12 und Folsäure.
In der Folge entwickelt sich eine hyperchrome Anämie (zu hoher Gehalt an Hämoglobin in den Erythrozyten bei gleichzeitiger Blutarmut) mit Nachweis von Megaloblasten im Blut.

 

 

Megalozyt, Megalozytose

zu großer Erythrozyt,
siehe Makrozyt

 

 

 

 

 
 

Mikrozyt, Mikrozytose

zu kleiner Erythrozyt

 

 

Als zu klein werden Erythrozyten mit einem Durchmesser von weniger als 7 mm definiert; die Bestimmung der Größe (Volumen) erfolgt durch die Berechnung des MCV im Labor.

Das Vorliegen zu kleiner Erythrozyten wird als Mikrozytose bezeichnet, sie tritt bei verschiedenen Anämien, hauptsächlich bei den chronischen Formen auf.

Mikrozytosen zeigen sich bei Eisen- oder Eiweissmangel, sowie einigen genetisch-bedingten Reifungsstörungen der roten Blutkörperchen wie Kugelzellänämie und Thalassämie.

 

 
 

Milz

Bildungsstätte der Lymphozyten, Erythrozytengrab

 

 

Die Milz ist ein bohnenförmiges Einzelorgan (unpaar) mit einem Gewicht von ca. 200 g und einer Größe von etwa 12x7x4 cm. Sie liegt auf Höhe des 10. Rippenbogens tief in der linken Bauchhöhle.

Die Milz ist Bestandteil des Blutkreislaufs und wird innerhalb von 24 Stunden bis zu 500 mal von der gesamten Blutmenge durchlaufen. Neben ihrer Funktion als Speicher von Blutanteilen findet in der Milz auch ein wesentlicher Teil der Bildung von Antikörpern und Lympozyten sowie der Abbau von Erythrozyten statt.
Deshalb ist bei allen Erkrankungen des Blutes oder Störungen von Bildung und Abbau von Blutzellen die Milz meist ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.

Bei Hunden hat die Milz, im Gegensatz zu Menschen, zusätzlich noch die Funktion eines "echten" Blutspeichers. Hunde können deshalb bei Bedarf Erythrozyten (rote Blutkörperchen) freisetzen und so kurzfristige Veränderungen im Blut rasch kompensieren.


Bei notwendiger Entfernung der Milz können ihre Funktionen durch andere Organe oder Prozesse ersetzt werden. Zusätzlich können Milzgewebestückchen an anderen Stellen der Bauchhöhle reimplantiert werden.

 

 

Milzvergrößerung

siehe Splenomegalie

 

 

 
 

Mitochondrien

Zell-Organellen

 

 

Mitochondrien sind die "Kraftwerke" von Zellen. Über den Sauerstoff der Atmung wird in den Mitochondrien die Energie für die jeweilige Zelle gewonnen.

 

 

 

 
 

 


 
 

Normozyt, Normozytose

Erythrozyt von normaler Form und Größe

 

 

Das Auffinden von Normozyten in einem krankhaft verändertem Blutbild liefert wichtige Hinweise zur Diagnose der Ursache.

 

 

 

 
 

 


 

Plasma

siehe Blutplasma

 

 

 
 

Polyglobulie

Gegenteil von Anämie

 

 

Bei erhöhten Werten von Erythrozyten, Hämoglobin und Hämatokrit spricht man von Polyglobulie; häufig findet sich auch eine erhöhte Konzentration von Erythropoetin.


Eine Polyglobulie kann als Reaktion auf eine verminderte Sauerstoffsättigung des Blutes auftreten, zB durch Höhenluft oder auch durch Flüssigkeitsverlust (zB nach Überhitzung)auftreten.

Daneben weisen alle Erkrankungen, die mit redzierter Sauerstoffsättigung oder -abgabe ans Gewebe verbunden sind (vor allem Herz- und Lungenerkrankungen) erhöhte Werte auf. Auch bestimmte Erkrankungen der Nieren, Darmgeschwüre und das Anfangsstadium einzelner Blutkrankheiten können durch eine Polyglobulie gekennzeichnet sein.

 

 

Pro-Erythrozyten

siehe auch Retikulozyten

 

 

 
 

Proteine

Eiweisse

 

 

 

 

 
 

 


 
 

Retikulozyten

junge Erythrozyten

 

 

Retikulozyten sind junge rote Blutkörperchen (Pro-Erythrozyten), die vom Knochenmark gerade in den Blutkreislauf ausgeschüttet worden sind.

Ebenso wie reife Erythrozyten enthalten auch Retikulozyten keinen Zellkern mehr. Im Gegensatz zum ausgereiften roten Blutkörperchen, das diese nicht mehr benötigt, sind aber die Mitochondrien in den Retikulozyten noch erhalten.


Bei der Bestimmung der Retikulozyten ist ihr Anteil an der Gesamtmenge der Erythrozyten ein wichtiges Maß zur Beurteilung der Blutneubildung. Die Werte werden deshalb in Prozent oder Promille angegeben. Beim gesunden Menschen beträgt der Anteil der Retikulozyten etwa 1,5 Prozent. Bei chronischem Blutverlust oder beschleunigtem Blutzellenabbau steigt der Wert und zeigt so eine gesteigerte Neubildung der Blutzellen an.

 

 
 

Rhesusfaktoren

Gentypen des Erythrozyten

 

 

Rhesusfaktoren wurden erstmals 1940 im Blut der Rhesusaffen entdeckt, woher sie auch ihren Namen haben. Mit diesem System unterscheidet man bestimmte Gentypen von Erythrozyten, deren genaue Anzahl durch zahllose Kombinationsmöglichkeiten nicht mehr überschaubar ist.

Die einzelnen Rhesusfaktoren werden mit Buchstaben (und Buchstabenkombinationen) bezeichnet, der wichtigste Faktor ist der Rhesusfaktor "D".
Das Fehlen dieses Faktors (= Rh hegativ oder D-) bzw. der Nachweis über das Vorhandensein (= Rh positiv bzw. D+) erfolgt mit Hilfe eines speziellen Rh-Serums. Das Fehlen des Rh D-Faktors hat keine besondere klinische Bedeutung, das Vorhandensein spielt in bestimmten Situationen bei Bluttransfusionen und Schwangerschaften eine Rolle.

Bei Übertragung von Blut, dessen Erythrozyten Rh D-Faktoren aufweisen, kommt es bei Rh-negativen Empfängern zur Bildung von Rhesus-Antikörpern, es entsteht eine Rhesus- Sensibilisierung. Bei einer weiteren Transfusion von Rh-positivem Blut, binden sich die gebildeten Rh-Antikörper an die Erythrozyten des Spenderblutes und es kommt zum Transfusionszwischenfall.
Bei Übertragung von Blutderivaten, bei denen die Erythrozyten entfernt wurden, spielt der Rhesusfaktor keine Rolle.

Bei Rh-positiven Empfängern findet keine Reaktion statt, da auch ihre eigenen Erythrozyten den Rh D-Faktor aufweisen. Die meisten Menschen haben Rh-positives Blut: nur ca. 5% der weissen Europäer sind Rh-negativ. Bei den Chinesen dagegen kennt man gar keine Rh-negativ-Träger.

Aufgrund dieser Verteilung tragen Rh-negative Mütter häufig Rh-positive Kinder aus. Während der Schwangerschaft gelangen die Rh-positiven Erythrozyten des Fötus in den Blutkreislauf der Mutter. Die dadurch entstehende Rhesus- Sensibilisierung mit Bildung von Antikörpern kann zu größeren Komplikationen der Schwangerschaft führen.
Durch die sogenannte Rhesus-Prophylaxe mit Anti-D-Immunglobulinen kann dieser Sensibilisierung heute aber problemlos vorgebeugt werden.

 

 

rote Blutkörperchen

siehe Erythrozyten

 

 

 

 

 
 

 


 
 

Sauerstoff

farb-, geruch- und geschmackloses Gas

 

 

Ein Teil des über die Lungen eingeatmeten Sauerstoffs geht ins Blut über, bzw. wird vom Hämoglobin in den Erythrozyten (rote Blutkörperchen) gebunden.

Sauerstoff reagiert mit fast allen Elementen und ist deshalb ein wichtiger Energielieferant für die meisten Stoffwechselvorgänge.
Ein reduzierter Gehalt an Blutsauerstoff ist deshalb auch mit Energieverlust des Organismus verbunden; neben Müdigkeit und Leistungsschwäche des Körpers sind auch die inneren Stoffwechselvorgänge verlangsamt.

Der normalerweise über die Atmung aufgenommene Sauerstoff ist bimolekular und wird deshalb auch als O2 bezeichnet (=zwei O-Moleküle).

Durch UV-Wirkung wird es in eine trimolekulare Form (drei O-Moleküle = O3), in das sogenannte Ozon umgewandelt. Ozon hat im Gegensatz zum normalen Sauerstoff einen charakteristischen Eigengeruch und in höheren Konzentrationen eine toxische (giftige) Wirkung auf den Organismus, die sich vor allem in Schleimhautreizungen und Kopfschmerzen zeigt.
In niedrigen Konzentrationen wird es als Wasserzusatz zu therapeutischen Zwecken (Hydrotherapie) eingesetzt.

 

 
 

Schock

Zusammenbruch des Organismus; Kollaps

 

 

Als Schock bezeichnet man ein globales komplexes Versagen des Kreislaufes, das durch eine Störung des aktuellem Durchströmungsbedarfs der Organe entsteht (zB durch Flüssigkeitsmangel nach größeren Blutverlusten oder Verbrennungen).

Bei längerer Dauer bzw. Wirkungslosigkeit von Gegenmaßnahmen kommt es über verschiedene Mechnismen zum Ausfall von einzelnen Organen bzw. der Herzfunktionen.

 

 

Sediment

Bodensatz einer flüssigen Probe

 

 

 

Senkung, Senkungsgeschwindigkeit

siehe BKS

 

 

Sera

Mehrzahl von Serum

 

 

 
 

Serum

Blutserum oder Produkte aus Blutserum

 

 

Neben Blutserum bezeichnet man alle Produkte, deren natürliche Herkunft aus Blutseren stammt, als Serum (zB Impf- und Immunseren).

 

 
 

Splenomegalie

Vergrößerung der Milz

 

 

Eine Vergrößerung der Milz kann nicht nur über bildgebende Verfahren wie Ultaschall oder CT, sondern auch über Tastbefund bei der körperlichen Untersuchung festgestellt werden.
Neben einer Erkrankung der Milz selbst können vor allem Störungen der Blutbildung, Anämien und andere Blutkrankenheiten zu akuten oder chronischen Vergrößerungen der Milz führen.

Jede Vergrößerung der Milz führt unabhängig von der Ursache zu einem beschleunigten Abbau von Erythrozyten ( Hämolyse).

 

 

 

 
 

 


 
 

Thrombozyten

Blutplättchen

 

 

Thrombozyten haften sich bei Defekten der Blutgefäße an Kollagen und bilden so einen Pfropfen (Thrombus). Gleichzeitig setzen sie dabei die Blutgerinnung in Gang.

 

 
 

Tumor-Anämie

durch Tumore verursachte Blutarmut

 

 

Alle Krebsarten, die die Knochen befallen (zB durch Metastasen) können zu schweren Anämien führen, weil sie die blutbildenden Zellen in den Knochen verdrängen.

Blutkrebsformen wie Leukämie führen direkt zur Schädigung von Blutzellen und deren Bildung und dadurch zu schweren Anämien mit dramatischem Verlauf.

Auch durch Krebstherapien wie Chemo- oder Strahlentherapie verursachte Anämien werden gelegentlich als "Tumor-Anämie" bezeichnet.

 

 

 

 
 

 


 
 

Urobilinogen

Abbauprodukt des Bilirubin

 

 

Das farblose Urobilinogen entsteht durch den bakteriellen Abbau von Bilirubin im Dickdarm, die Ausscheidung erfolgt über Darm und Niere.

Die im Labor aus Stuhl- oder Urinproben bestimmten Werte spielen hauptsächlich bei der Beurteilung der Blutbildung eine große Rolle; sie liefern wichtige Hinweise zur Differenzierung (Unterscheidung) der unterschiedlichen Formen der Anämie.

 

 

 

 
 

 


 
 

Vollblut

Blut, das noch alle nativen Bestandteile enthält

 

 

 

 

 
 

 


 
 

Zentrifuge

Gerät zur Abtrennung fester und flüssiger Bestandteile einer Blut- oder Urinprobe

 

 

 

 


 

© Gabi Woiwode, München

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